Hier kommt die zweite Leseprobe aus unserem neuen Projekt "The Legend of Drekh"
, welches sich so langsam in den letzten Zügen befindet!
Band 1 ist im finalen Lektorat, Cover steht und der Druck ist organisiert
Also wenn alles gut geht, könnt ihr es zum Ende des Monats in den Händen halten
BTW: Habt ihr mal wieder Lust auf ein kreatives Gewinnspiel zum Start der Trilogie???
Viel Spaß jetzt erstmal beim Lesen und wir freuen uns wie immer über euer Feedback!
Prolog - Part 2
...
„Ist er weg?“ Ich lausche noch eine Weile, doch dann bin ich mir sicher. „Hah! Na endlich! Große Güte, was für ein verschnarchter Schickimickiheimscheißer! Ich wette, das war einer von denen, die beim Vorlesen einen bordeauxroten Bademantel tragen, in einem knarzigen Ohrensessel sitzen, Whisky saufen und sich dabei einen Finger in die Nille schieben, sonst hätte er wohl kaum so genüsslich geschwollen geredet ... Wie auch immer, jetzt bin ich an der Reihe!“
Ich springe auf und klettere auf einen von der Sonne beschienen kleinen Felsen.
„Perfekt! Können mich alle hören?“, rufe ich, während ich meine Bäckchen auf der vorgewärmten, glatten Oberfläche parke. Noch kurz hin und her gewubbelt, bis ich eine bequeme Position gefunden habe, dann geht es los. „Nun denn: Hallo Leute! Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, bin ich Drekh, der stabile Hauptprotagonist, und nun bekommt ihr von mir die vollständige und ungeschönte Wahrheit vor den Latz geklatscht! Aus erster Hand sozusagen, unzensiert und unverfälscht! Macht es euch also bequem, legt die Käsemauken hoch und schnappt euch ein paar Hühnerfüße zum Knabbern, denn die Reise in meine Vergangenheit wird eine Weile dauern.“
Kurz tippe ich mir gegen die vorgeschobene Unterlippe und schaue in den Himmel.
„Wo fangen wir an ...? Ah, vielleicht damit, dass ich hier erst mal was klarstelle! Wir Kodagrokh sind eine Unterart der Steppentrolle ... glaube ich zumindest.“ Pikiert schnaufe ich. „Ja, so genau weiß ich das leider nicht, aber wir hatten als Jungtiere auch keinen Geschichtsunterricht oder sowas. Streng genommen hatten wir gar keinen Unterricht! Überleben war alles, und das war auch meist schon für sich hart genug. Manche behaupten, wir seien vor Äonen mal Abkömmlinge der ersten Menschen gewesen und hätten uns dann mit Säbelzahntigern gepaart ... Ja ne, is` klar! Das würde zwar die Hauer erklären, aber glauben tue ich es trotzdem nicht. Wahrscheinlich sind wir mehr mit den gemeinen Wüstenogern verwandt, nur sind wir eben nicht ganz so bucklig geworden. ... Hässlich, ohne Frage, doch zumindest von der Visage her ein bisschen formschöner.“
Ich sehe es förmlich vor mir, wie sich jetzt alle die Gehirnwindungen verknoten und an bucklige, übergroße Fleischberge mit charmanten Prinzengesichtern denken, was mich sehr amüsiert.
„Vermutlich könnt ihr euch immer noch nichts Richtiges drunter vorstellen, hm? Ja, das ist durchaus verständlich ... braucht man verdammt viel morbide Fantasie für! Na gut, ich will mal nicht so sein und noch etwas mehr ins Detail gehen. Man stelle sich einen riesigen Haufen ungewaschener, knurrender, dauerflatulierender Riesenkröten in halbwegs einheitlich pissgelben Fleischfarben vor. Mit pickligem Blumenkohl an Schultern, Rücken und Arsch! Grobschlächtige, aggressive Gesellen deren Schläue mit der eines dampfenden Haufens Hühnerscheiße vergleichbar ist! Ja, das trifft es ziemlich gut, wenn ich ehrlich bin. Die meisten Kodagrokh wären selbst mit zwei Gehirnen nicht schlauer, sondern einfach nur doppelt so blöd wie vorher, und das sage ich vollkommen unvoreingenommen!“
Nach dieser kurzen Beschreibung meiner Gattung besinne mich wieder auf meinen türkisen Faden.
„Na ja, egal. Weiter im Text! Ich selber wurde zwar auch als Kodagrokh geboren, doch das stimmt nur teilweise. Genau genommen bin ich nämlich zur Hälfte ein Elf!“
Ich warte kurz, denn diese Info muss man ja erst mal sacken lassen.
„Na? Lasst mich raten! Gerade habt ihr euch vorgestellt, wie ein sabbernder Ork-Verschnitt seinen stark geäderten Monsterdödel in ein hübsches, zartes Elfenmädel rammt, stimmts?! Wohl zu viele perverse Fantasy-Trickfilmchen gesehen, hm? Tja, schön für euch, aber leider falsch!“
Mit verschwörerischem Blick lehne ich mich ein Stück nach vorn und krümme mehrmals den Finger in meine Richtung. „Jetzt gebe ich euch mal ein paar Infos, die ihr von dem verschnarchten Erklärbär garantiert nicht bekommen hättet! Tatsächlich war mein Erzeuger nämlich ein ziemlich experimentierfreudiger Porno-Hochelf, der die Grenzen der Perversion sprengen wollte. Nach all seinen erotischen Wagnissen mit anderen Elfen erachtete er es für notwendig, seine sexuellen Ausschweifungen auf eines der abstoßendsten Wesen dieser Welt zu erweitern: ... meine Mutter!“
Ich lehne mich wieder zurück und nicke vielsagend.
„Jaaaaa, die befand sich zu dem Zeitpunkt nämlich als einzige weibliche Koda in Kriegsgefangenschaft des Königs, festgekettet in einem seiner Kerkerverliese und damit leicht zu besteigende Beute. Auch wenn wohl keiner der anderen Elfen jemals auf einen solch abartigen Gedanken gekommen wäre.“
Von dieser Vorstellung angewidert schüttle mich kurz.
„Kurzum: Mein Erzeuger machte die Wachen betrunken, stahl ihnen die Schlüssel und schlenderte zielstrebig ins Verlies, wo er sich inmitten der Kriegsgefangenen auszog. Dann übergoss er sich mit Moschusöl, rubbelte sich vor jedem der verstört glotzenden Gefangenen und entschied sich schließlich für Fogugh, meine Mutter. An ihr verging er sich wie ein räudiger Hund am Bein seines Besitzers und sie ließ die Mückenstiche über sich ergehen, während sie sich fragte, was mit diesem Typen nicht richtig sei. Da mein aufdringlicher Erzeuger in seinem Penetrationsrausch jegliche Vorsicht vergaß, bemerkte er auch nicht, wie Fogugh seinen Kleidungshaufen mit dem Fuß zu einem ihrer Mitgefangenen kickte, denn auf der Kleidung des Elfen lagen auch die Schüssel. Diesem gelang es, sich zu befreien, während sie meinen Paps mit einem saftigen Schenkelzwirbler zermatschte und dann von denen, die das Ganze ziemlich fassungslos beobachtet hatten, befreit wurde. Die Flüchtlinge entkamen dem Kerker, schlugen sich bis zum darunter liegenden Kanal durch und flohen auf diesem Wege aus der Elfenstadt. Zehn Monate später kam ich!“
Der nun folgende Part der Geschichte ist mir ausgesprochen unangenehm, sodass ich eine kurze Pause einlege, bevor ich weiterspreche.
„Tja, trotz der Vergewaltigung rechnete meine Mutter nicht damit, dass es der kleine, geölte Stecher geschafft haben könnte, vor seinem Ableben noch etwas Samen loszuwerden. Ihr sowieso schon massiger Körper veränderte sich kaum und das zunehmende Ziehen und Drücken in ihrem Bauch schob sie auf Magenverstimmungen, bedingt durch ihr schmalziges Essen. Doch dann kam ich, was ihr mal so gar nicht in den Kram passte, mitten in der Nacht und zum Glück im Bett und nicht auf dem Abort. Und ja, ich war etwas schwerer als der erwartete Fettfurz, den sie sich da herauszupressen gedachte. Niemand hatte in Betracht gezogen, dass eine sexuelle Verbindung zwischen einem Kodagrokh-Weibchen und einem Hochelfen Früchte tragen könnte. Trotz meiner Schmächtigkeit und meines besonderen Aussehens, dachte sie deshalb, einer ihrer Mitgefangenen hätte sich ebenfalls an ihr vergangen, solange sie noch bewusstlos gewesen war. Unter Kodas ist es nichts Ungewöhnliches, dass Säuglinge eher bläulich zur Welt kommen. Viele von uns leiden während der Geburt nämlich unter massivem Sauerstoffmangel, weil die kräftigen Muskeln im Unterleib der Weibchen bei der Entbindung so ziemlich alles abquetschen, was uns am Leben erhält. Aber wenn die Neugeborenen diese Tortur überleben, wandelt sich ihr mattes Blau innerhalb weniger Stunden und sie entwickeln dieselbe Hautfarbe wie ihre Erzeuger. Und genau so war es auch bei mir! Die adlige Hochelfengattung meines Vaters besitzt blaues Blut und hat deshalb eine dunkelblau schimmernde Hautfarbe. Fogugh hingegen sieht aus wie ein saftiger Popel: Ihre Haut ist stechend grünlich-gelb. Und beides zusammengemischt ergibt was? Genau! Türkis!“
Ich schaue auf meine Beine, verliere mich einen Moment im Anblick der vielen Narben darauf, bis ich mir einen Ruck gebe, den Kopf schüttle und weiterspreche.
„Von der ungewöhnlichen Farbe mal abgesehen, kümmerte ich auch körperlich nur so vor mich hin, wie eine Primel im Schatten ... auf Lehmboden ... der gesalzen wurde! Könnt ihr euch vorstellen, wie beschissen es ist, in einer Welt zu leben, in der es ausschließlich um Größe und Stärke geht? Na ja und um Blutrünstigkeit.“
Mit der Zunge schnalzend lege ich mir die Hand aufs Herz.
„Mein Problem ist dabei ja sehr offensichtlich: Ich bin nichts davon! Die meisten unserer Weiber kann man kaum von den Kerlen unterscheiden. Selbst unsere zartesten Grazien haben immer noch dickere Oberschenkel als ich! Seit dem Tag meiner Geburt betrachten mich die Artgenossen als eine Schande und nur unserem Kodex habe ich es zu verdanken, dass ich immer noch lebe. Dieser besagt nämlich, dass kein Kodagrokh einen anderen töten darf, zumindest nicht ohne triftigen Grund. Dieses ungeschriebene Gesetz ist enorm wichtig, denn wir sind ja ein selten dämliches und dazu auch noch sehr impulsives Völkchen. Das hatte zur Folge, dass sich unsere Clans früher in Massen gegenseitig dezimierten, nur weil dem einen die Nase des anderen nicht gefiel. Zwar prügeln wir uns immer noch fleißig, aber wer ein Clanmitglied tötet, verliert seine Stellung sowie all seine Rechte und wird zum Sklaven degradiert. Koda-Sklaven zu töten ist hingegen völlig in Ordnung. Ja, ich weiß. Seltsame Logik.“
Theatralisch schnaufend klettere ich von meinem Felsen und lege den Kopf in den Nacken.
„Jaaaa, ich weiß, das ist alles furchtbar deprimierend ... doch meine Kindheit hatte auch ein paar schöne Seiten. Genau! Ich glaube, am besten ist es, wenn ich euch jetzt gar nicht länger mit meinem Erinnerungsgeschwafel langweile sondern euch stattdessen direkt in meine Geschichte schicken. Nach Uloth, meinem kleinen Heimatdorf, mitten im Hochsommer ...“

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