Samstag, 26. März 2022

The Legend of Drekh - Schnipselzeit Part 2 😃


Hier kommt die zweite Leseprobe aus dem zweiten Band unserer aktuellen "The Legend of Drekh" Reihe ❤
 

Morgen werden wir dann so langsam mit den Vorbestellungen starten 😃 Jetzt aber erstmal viel Spaß beim Lesen und wie immer freuen wir uns über euer Feedback!

ACHTUNG SPOILER! Wer Band 1 noch nicht gelesen hat, sollte lieber weiterscrollen 😜
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Den gesamten gestrigen Tag und die Nacht hindurch waren wir unterwegs und ich humpelte mit meinem verletzten Knöchel und einem langen Stock als Gehilfe durch die Steppe, bis es nicht mehr ging. Keine einzige Stunde hab ich geschlafen, obwohl ich todmüde war, aber die Angst, sie würden mich aufspüren und einholen, war einfach zu groß. Schließlich fand ich diesen Ort, eine Oase in der Steppe mit schattenspendenden Bäumen und einem kleinen See. Na ja, See ist vielleicht ein bisschen übertrieben. Genau genommen ist es eher eine Pfütze, die womöglich in einigen Wochen ausgetrocknet sein wird, aber ehrlich gesagt will ich sowieso noch etwas mehr Distanz zwischen mich und Uloth bringen, also werde ich nicht allzu lange hierbleiben. Ich vermute zwar, dass ich jetzt nicht mehr auf dem Territorium der Kodagrokh bin, aber die genauen Grenzen kenne ich nicht und unsere Späher stoppen ganz sicher nicht an irgendeiner unsichtbaren Linie. Zum Baden reicht der kleine Tümpel in jedem Fall und trinkbar ist das Wasser ebenfalls, wenn auch nicht besonders schmackhaft. Vielleicht sollten wir zukünftig die Reihenfolge ändern ...
Erschöpft legte ich mich nach unserer Ankunft zwischen die Bäume ins hohe Gras und schlief, genau wie Krätze, von dem ich inzwischen weiß, dass er nachtaktiv ist und vor der Dämmerung kein Auge aufmacht. Irgendwann verschwanden jedoch die Schatten und in der prallen Sonne war es so heiß, dass ich mich nach einem kühleren Schlafplatz umsehen musste. So entdeckte ich den Knadlikhbau, der eine einfache Übergangsalternative zu einem neuen Baumhaus darstellt. Zumindest vermute ich, dass der ursprüngliche Bauherr ein Knadlikh war, denn dazu passen die Borsten, die hier überall herumliegen.
Das Rindenstück, das ich zum Schaufeln verwendet habe, nutze ich jetzt zunächst als Halbtür und stecke es vor den Eingang. Ein bisschen fühle ich mich wie ein türkises Erdmännchen, aber die Höhle ist tagsüber kühl und in der Nacht friert es darin nicht. Davon abgesehen ist die Anlage der Behausung perfekt. Ich brauchte nur die Gänge vergrößern, die zu einer mit Stroh gefüllten Schlafkammer und einem Futterkämmerchen führen, aus dem es nach fauligen Nüssen riecht.
Mit knurrendem Magen verputze ich nun die letzten Brotkrümel aus meinem Fresspäckchen, doch deren Geschmack führt nur dazu, dass ich noch mehr Hunger kriege. Bedauerlicherweise musste ich über die Hälfte des Proviants wegschmeißen, denn das meiste davon war schnell verderbliches Fleisch. Obwohl ich seit Beginn meiner Flucht versucht habe, dieses zuerst zu essen, rebellierte mein empfindlicher Magen bei größeren Mengen, und ehe ich mich versah, wurde es schmierig und fing an zu müffeln.
‚Ich muss irgendwas Fressbares finden. Egal was!‘
Schon heute Morgen habe ich den gesamten Bereich um das Gewässer herum abgesucht, dabei all mein Wissen angewandt, aber bis auf ein paar beerenlose Sträucher sowie ungenießbare Bäume und Gräser wächst hier nichts. Die Kuhle scheint zudem regelmäßig auszutrocknen, denn ich entdeckte keine Fische darin, ja nicht mal Schnecken oder sonst was in der Art.
Hungrig und erschöpft schaue ich mich um, doch mir ist klar, dass es wenig Sinn macht, den kleinen Hain noch einmal nach etwas Essbarem zu durchforsten. Die Sonne brennt mir inzwischen so unbarmherzig auf die Haut, dass es vielleicht ohnehin schlauer wäre, zuallererst meine Kleidung zu reparieren.
In seiner Rage hat Durbag leider sämtliche Nähte und auch die Schlaufen aufgerissen, sodass ich mir die Sachen bis jetzt nur behelfsmäßig umbinden konnte, um nachts nicht zu erfrieren. Selbst meinen Federkragen hat dieser Grobian abgeknickt! Ich muss es schaffen, mir aus einem Knochensplitter eine kleine Nadel zu fertigen, dann könnte ich einige der Gräser zusammenbinden und diese übergangsweise als Schnüre benutzen, so wie ich es damals bei Chikhs Haarbändern gemacht habe.
„Und wenn ich einmal dabei bin, flechte ich mir auch gleich noch ein Fußmättchen. Nicht dass zu viel Dreck reinkommt.“ Dabei schaue ich zu Krätze rüber und kichere. „Höhöhö ... verstehst du? Zu viel Dreck?!“
„Khhrrk, khhrkhhrkhrr!“
Wenigstens einer mag meinen Humor.
***
Es ist der zweite Morgen nach meiner Flucht. In der Nacht habe ich Besuch bekommen. Die Knadlikhs, von denen ich dachte, dass sie den Bau verlassen hätten, kehrten in der Nacht zurück und staunten nicht schlecht, als sie die neue Eingangstür und die Erweiterung ihrer Bude bemerkten. Glücklicherweise sind es friedliebende Wesen und so habe ich nun zumindest ein paar wärmende Fellbälle um mich herum, die mir die kalten Nächte erträglicher machen. Kaum ist es Tag, klatschen sie sich mit Krätze ab und verschwinden dann in der Umgebung, während er sich in die dunkle Höhle verzieht und dort schnurchelt, so wie schon den gestrigen Tag über. In der ersten Nacht unserer Flucht verschwand er sogar und kam erst am nächsten Morgen zu mir zurück, obwohl ich ununterbrochen weitergelaufen war. Die Geräusche der Steppe machten mir nämlich Angst und immer hatte ich das Gefühl, meine Verfolger oder nachtaktive Jäger seien direkt hinter mir, was mich stets weiter vorantrieb.
„Ich hab solchen Hungeeeeer!“
Ausgezehrt stapfe ich erneut durch die Steppe, lecke an jedem Stein, knabbere verschiedene Arten von Rinden und nuckle an allen halbwegs grünen Halmen, nur um ein bisschen Geschmack in den Mund zu bekommen. Doch da ist nichts. Nichts auch nur einigermaßen Verdauliches. Die Knadlikhs mümmeln das ganze Ufer ab, aber tue ich es ihnen gleich, erbreche ich jeden einzelnen Grashalm, der in meinem Magen landet.
Diese hoppelnden kleinen Fellbälle sehen mittlerweile immer appetitlicher aus, aber bei einem Versuch, sie zu fangen, wären sie schneller weg, als ich gucken kann. Darüber hinaus weiß ich genau, dass ich es ja doch nicht übers Herz bringen würde, ihnen den Hals umzudrehen.
‚Ich hätte lernen sollen zu töten! Durbag, dieser elende Wichser, hatte recht. Es geht einfach nicht ohne! Und jetzt werde ich elendig verhungern, weil ich nichts finde, was meinen Magen auch nur halb so gut füllen kann wie Fleisch.‘
Dass ich keine Tiere töte, war auf jeden Fall leichter zu sagen, als ich noch täglich vom Clan etwas zu fressen bekam, um es dann mit eigenen, essbaren Fundstücken zu ergänzen.
Es bringt alles nichts. Meine Wunden sind noch immer nicht verheilt und es wäre zu riskant, jetzt schon weiterzuziehen, wenn ich nicht mal weiß, wo es das nächste Wasserloch gibt. Hier kann ich ausharren, heilen und habe wenigstens genug zu trinken, um eine Weile zu überleben.

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