Dienstag, 29. MĂ€rz 2022

The Legend of Drekh - Schnipselzeit Part 3 😃


Hier kommt die dritte und letzte Leseprobe aus dem zweiten Band unserer aktuellen "The Legend of Drekh" Reihe ❤
 
Viel Spaß beim Lesen und wie immer freuen wir uns ĂŒber euer Feedback!
ACHTUNG SPOILER! Wer Band 1 noch nicht gelesen hat, sollte lieber weiterscrollen 😜
 
The Legend of Drekh
Kapitel 1 - Freiwild (Part 3)
 
„Nom, nom, nom, nom“, schmatzt KrĂ€tze vor sich hin und ich beobachte ihn ausgehungert. Eine fette Made nach der nĂ€chsten verdrĂŒckt das Vieh und zwischendurch den ein oder anderen Schmetterling. Vorhin bin ich ihm einfach mal gefolgt, teils weil mir langweilig ist, teils weil es mich schon irgendwie interessiert, wie er das Krabbelzeug findet, doch die Strategie dieses Vogels erschließt sich mir nicht wirklich.
Er watschelt nach links, hebt ein Steinchen und schaut darunter nach, watschelt dann nach rechts, hebt ein Steinchen und immer so weiter. Nicht selten dreht er einen Stein mehrmals. Könnte ja in der Zwischenzeit was drunter gekrabbelt sein. Im Vorbeigehen pickt er sich ein paar KĂ€fer von den BĂ€umen und knuspert diese, wĂ€hrend er unter weiteren Steinchen nachschaut. Mehr oder weniger im Zickzack grast er so die ganze Umgebung ab und kehrt schließlich mit einem dicken Bauch und noch vier bis fĂŒnf fetten Maden im Arm zurĂŒck.
„Na? Satt?“, grummle ich neidisch und er hĂ€lt eine seiner FlĂŒgelpfoten hoch, die er hin und her schwingt.
„Krrh, krrh!“ Offenbar ist er sich nicht sicher. WĂ€hrend er sich die letzte Made schnappt, grummelt mein Magen lauter als je zuvor in meinem Leben und KrĂ€tze hĂ€lt inne. Plötzlich wubbelt er sich hoch, wackelt auf mich zu, kraxelt auf mein angewinkeltes Knie und drĂŒckt mir das schleimige, wabblige Ding ins Gesicht.
„Ihh! WuĂ€rgh, nimm das weg! Ich fress so was Ekliges nicht!“, stoße ich angewidert aus und drehe den Kopf weg.
KrĂ€tze blĂ€st die Backen auf und stopft sich das von mir verschmĂ€hte Teil in den Schnabel. „Khr, khrr, khr ...“, motzt er und hĂŒpft von meinem Knie, worauf er bockig wegwatschelt.
„Ngaaach, jetzt spiel bitte nicht die beleidigte GeflĂŒgelwurst!“
„Hraa, Hraa!“
Schnaufend verdrehe ich die Augen, doch dann schnappe ich mir eine Feder, die letzte Nacht noch in KrĂ€tzes Hintern gesteckt hatte. Er scheint die Mauser zu haben, so viele, wie er jede Nacht verliert. „Wir sollten mal zusammen ĂŒberlegen, wo wir gerade sind“, denke ich laut, wĂ€hrend ich den kleinen Kiel durch den Sand ziehe und mein noch immer schmerzendes, angeschwollenes Bein ein wenig umlagere, bis ich eine bessere Position gefunden habe. „Sagen wir mal, das hier ist Uloth“, dabei zeichne ich einen Kreis, „dann sind wir hiiiier zur heißen Quelle und danach hier drĂŒben zum toten Baum gegangen. Aber ... in welche Richtung sind wir als NĂ€chstes marschiert?“ Eine Weile ĂŒberlege ich, tippe mit der Feder gegen meine Lippe, ziehe schließlich meinen RĂŒckenstein nĂ€her und versuche, es mir etwas bequemer zu machen, indem ich auch noch die andere KĂ€semauke hochlege. „Weißt du es ...?“
KrĂ€tze plustert seine drei speckigen Kopfflusen auf und schaut trotzig ĂŒber seine winzige Schulter nach hinten. Als ich jedoch eine Weile untĂ€tig herumrĂ€tsele, platzt es krĂ€chzend aus ihm heraus: „Krh, khrr, khrrĂ€h!“
„Das hilft mir gerade kein bisschen weiter“, gifte ich zurĂŒck, aber dann kommt mir eine Idee. GefĂŒhlsbetont schnaufend lehne ich mich nach vorne und tĂ€tschle dem kleinen Vogelwicht den Kopf. „Tut mir leid, du kannst das ja gar nicht wissen. Immerhin bist du keiner dieser großen Zugvögel, die sich ihre Flugrouten selbst ĂŒber Kontinente hinweg merken können. Du watschelst ja normalerweise höchstens zehn Fuß weit! Wie sollst du dir einprĂ€gen können, in welche Richtung wir gelaufen sind?! Dumm von mir.“
„Khrrr!!!“ KrĂ€tze krĂ€chzt empört und schnappt nach meinem Finger, dann wackelt er aufgeplustert wie eine Pusteblume auf meine Karte und scharrt darin herum. „Khrrr, khruu!“, gluckert er dabei, schaut sich immer wieder um und ergĂ€nzt noch einen kleinen Schiss am Rand eines Kreises, bis er schließlich zufrieden scheint und auf einen Stein flattert.
„Fertig?“, frage ich und er nickt. „Lass mich raten. Der Kreis da ist unsere PfĂŒtze und der Kackhaufen ... Soll ich das sein?!“
„Khrr!“
„Danke. Dann bist du der kleine, feuchte Furzspritzer daneben!“ Entsetzt glotzt KrĂ€tze auf sein GemĂ€lde, hĂŒpft schnell noch einmal vom Stein und verscharrt den Spritzer, wĂ€hrend ich lache. Er ist echt leicht zu durchschauen, aber wie erwartet, hat er ein ausgezeichnetes GedĂ€chtnis, denn sonst hĂ€tte er mich ja nachts nicht jedes Mal wiedergefunden. Außerdem bin ich mir nun zumindest sicher, dass ich wirklich keine Ahnung habe, wo wir sind.

 

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