Samstag, 30. April 2022

Schnipselzeit ❤

 

 
Hier kommt die zweite Leseprobe aus

"The Legend of Drekh" - Band 3 
 
Wir wünschen euch ganz viel Spaß und damit einen wundervollen Start ins Wochenende!
 
Kapitel 1
 
Seelenwanderer (Part 2) - ACHTUNG enthält MASSIVE SPOILER! Bitte erst nach Drekh 1+2 lesen!!!

Auf einmal streckt sich Arokh brummend, blinzelt mir müde entgegen und streicht dann sanft mit seinen Lippen über meine Wange, ehe er die Augen wieder schließt. Offenbar will er noch eine Weile so liegen bleiben und hat wohl auch keine Verpflichtungen, die ihn dazu zwingen, aufzustehen. Sein linkes Bein schiebt sich höher auf mich, bis sein Oberschenkel meine Eier berührt. Erst da stelle ich fest, dass ich untenrum nackt bin. ‚Oh nein ... haben wir ...?‘ Ich fühle einmal ganz tief in mich hinein, doch bis auf meinen erhöhten Herzschlag scheint alles normal zu sein. Wenn wir uns gepaart hätten, müssten da nicht ein Brennen an meinem Loch, eine Verletzung oder wenigstens ein Kribbeln von seinem rauslaufenden Saft spürbar sein? Oder? Zumindest vermute ich das. Gleichzeitig lasse ich meine Hand unter die Decke gleiten und streiche wie beiläufig einmal über die samtweiche Haut von Arokhs hartem Pfahl, der nun auf meiner Leiste liegt.
‚Nein. Egal, wie besoffen ich war, von dem Ding wäre ich wach geworden! Todsicher!‘ Arokh schnauft leise und drängt sich noch etwas fester an mich. Die Berührung hat ihm wohl gefallen und offenkundig hätte er gerne mehr davon, aber ich muss erst mal meine Gedanken sortieren.
‚Wahrscheinlich war ich so betrunken, dass er mich direkt vom Festplatz aus hierher geschleppt ... und dann auch noch umgezogen hat. Na ja, zumindest kann ich mir sicher sein, dass er mich jetzt nicht mehr für ein Weibchen hält, sofern er das jemals wirklich angenommen hat. Aber warum hat er mir überhaupt die Kleidung gewechselt? Er hätte mich doch auch einfach mitsamt dem Elfentuch ins Bett stecken können. Es sei denn ... ich hab es vollgekotzt. Oh nein! Bitte, großer Orkhos, lass mich in meinem Suff nichts Peinliches gesagt oder getan haben!‘
Wo wir schon mal dabei sind: Es würde mich nicht wundern, wenn ich ihm hier auch noch in die Ecke gepinkelt oder den ganzen Abend meine Sammlung an garantiert falsch betonten Elfenliedern vorgesungen habe. In diesem Augenblick wubbelt Krätze in seinem Nest herum und schnarcht hierbei etwas lauter. Das lässt einen weiteren Gedanken in meinem Hirn aufploppen.
‚Wenn mich Arokh ausgezogen hat, muss er ja zwangsläufig auch Krätze entdeckt haben. Doch da er ihm einen Schlafplatz bereitet hat, scheint er wohl nichts gegen ihn zu haben ...‘
Ich kann irgendwie gar nicht glauben, dass sich jetzt alles so völlig undramatisch, ja fast harmonisch zusammenfügt. Und das nach all den Strapazen, den Schmerzen und den vielen Nächten, die ich im Unklaren darüber verbrachte, ob ich am folgenden Tag verhungern oder versklavt werden würde. Die ganze Zeit hatte ich mit dieser Angst im Nacken gelebt, und dann war da ja noch dieser Horroralbtraum. Der hatte sich so echt angefühlt.
‚Aber möglicherweise ist es ja auch genau das? Alles Schlechte, all meine unterdrückte Wut und all meine Ängste haben sich in diesem Rausch entladen. Und jetzt ... bin ich vielleicht endlich frei für einen Neuanfang.‘
„Durst?“, raunt mir Arokh plötzlich in seiner typisch undeutlichen, kratzigen Sprechweise zu, und erst jetzt fällt mir auf, dass er mich ziemlich erschöpft ansieht. Für einen Moment verliere ich mich in seinen grünen Augen und bekomme ein richtig schlechtes Gewissen, dass ich ihm in meinem Traum so viel Übles zugetraut habe. Immerhin hat er mir seit unserer ersten Begegnung nur geholfen, wenn auch manchmal auf eine etwas seltsame, fast schon nebulöse Art, aber Tatsache ist: Ohne ihn wäre ich inzwischen ganz sicher nicht mehr am Leben.
„Ja, sehr“, krächze ich schließlich mit trockener Kehle, ohne meinen Blick von ihm abzuwenden, und er stützt sich auf, um sich über mich zu lehnen. Arokh nimmt das durchsichtige Gefäß vom Schrank, entkorkt es und reicht es mir. Als ich mir die kühle Flüssigkeit durch den Hals rinnen lasse, spüre ich richtig, wie sich all meine eingetrockneten Schleimhäute damit vollsaugen und sich jede verschrumpelte Zelle in mir wieder auseinanderfaltet. Zudem schmeckt es unglaublich gut, also nach nichts eigentlich, ganz im Gegensatz zu dem Wasser, das ich in Uloth getrunken habe. Das war immer irgendwie verschmutzt, von Algen durchsetzt oder roch und schmeckte fischig.
„Gut, hm?“ Arokh grinst, nachdem ich den Behälter zügig zur Hälfte geleert habe.
„Es ist unglaublich gut! Und so rein!“ Ich schwenke das Gefäß fasziniert hin und her und fühle mich gleich um die fünf Jahre jünger.
„Quellwasser“, teilt er mir mit, auch wenn ihn das Wort ziemlich anzustrengen scheint. Dann nimmt er mir das seltsame Behältnis aus der Hand und trinkt den Rest.
„Wie nennt man das?“, frage ich schließlich und tippe auf die durchsichtige, harte Hülle.
„Flasche“, antwortet er und zeigt zum Fenster, vor dem ebenfalls so ein durchsichtiges Zeug zu sein scheint. „Aus Glas.“
„Glas?“ Ich klopfe erneut dagegen und bin erstaunt. „Aber wie macht man das? Wächst dieses Glas an Bäumen oder in der Erde? Wie formt man das so? Es ist doch ganz hart!“
„Frag Fahyrènn.“ Arokh nimmt mir die Flasche aus der Hand, kniet sich über mich und stellt sie vorsichtig zurück auf das Schränkchen. Ich schlucke schwer, als mir dabei seine nicht zu übersehende Morgenlatte praktisch ins Gesicht springt. Gleich darauf beugt er sich wieder zu mir herunter und drückt fast schon fordernd seine Lippen auf meine.
‚Na schön ... offenbar hat er gerade keine Lust, um mit mir zu reden.‘
...

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